
Die AWO ist auf Grund ihrer Geschichte und ihres gesellschaftspolitischen
Selbstverständnisses ein Verband der Freien Wohlfahrtspflege mit besonderer Prägung. In ihr haben sich Frauen und Männer als Mitglieder sowie als ehren- und hauptamtlich Tätige zusammengefunden, um in unserer Gesellschaft bei der Bewältigung sozialer Probleme und Aufgaben mitzuwirken und zu deren Lösung beizutragen.
Die Arbeiterwohlfahrt im Kreis Minden-Lübbecke
Die Gründung der Arbeiterwohlfahrt im Jahre 1919 auf Bundesebene hatte auch eine zeitgleiche Gründung in Minden zur Folge. Frauen um die Landtagsabgeordnete Karoline Dettmer gründeten auch in Minden eine AWO, die sich vor allem der Betreuung von hilfebedürftigen Personen mit Nahrung und Kleidung annahm.
In der Zeit des Nationalsozialismus (1933-45) wurde die AWO verboten und die Vermögenswerte eingezogen.
Nach 1945 fanden sich aber rasch Frauen und Männer zusammen, um die AWO wieder aufleben zu lassen.
Eine Nähstube wurde errichtet, es fanden Stadtranderholungen für bedürftige Kinder statt. In den folgenden Jahren erweiterte sich die Palette der Angebote und Dienste. Dies geschah durch ehrenamtlich engagierte Menschen ebenso wie durch hauptamtlich beschäftigte Mitarbeiter. Hierbei wurde sich immer an dem Bedarf der Bevölkerung und den jeweiligen Problemlagen orientiert.
Über die Dienste und Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Minden-Lübbecke informieren wir Sie unter Dienste & Einrichtungen.
Nähere Informationen zu den AWO Ortsvereinen im Kreisgebiet erhalten Sie unter Ortsvereine.
Die Leitsätze der AWO
Die Arbeiterwohlfahrt kämpft mit ehrenamtlichem Engagement und
professionellen Dienstleistungen für eine sozial gerechte Gesellschaft.
Wir bestimmen - vor unserem geschichtlichen Hintergrund als Teil der Arbeiterbewegung - unser Handeln durch die Werte des freiheitlich-demokratischen Sozialismus: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.
Wir sind ein Mitgliederverband, der für eine sozial gerechte Gesellschaft kämpft und politisch Einfluß nimmt. Dieses Ziel verfolgen wir mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen Dienstleistungen.
Wir fördern demokratisches und soziales Denken und Handeln. Wir haben gesellschaftliche Visionen.
Wir unterstützen Menschen, ihr Leben eigenständig und verantwortlich zu gestalten und fördern alternative Lebenskonzepte.
Wir praktizieren Solidarität und stärken die Verantwortung der Menschen für die Gemeinschaft.
Wir bieten soziale Dienstleistungen mit hoher Qualität für alle an.
Wir handeln in sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und internationaler Verantwortung und setzen uns nachhaltig für einen sorgsamen Umgang mit vorhandenen Ressourcen ein.
Wir wahren die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit unseres Verbandes; wir gewährleisten Transparenz und Kontrolle unserer Arbeit.
Wir sind fachlich kompetent, innovativ, verlässlich und sichern dies durch unsere ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen.
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Unser Leitbild
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Wir bestimmen - vor unserem geschichtlichen Hintergrund als Teil der
Arbeiterbewegung - unser Handeln durch die Werte des
freiheitlich-demokratischen Sozialismus:
Solidarität,
Toleranz,
Freiheit,
Gleichheit und
Gerechtigkeit.
Der freiheitlich-demokratische Sozialismus ist
wichtige Orientierung der Arbeiterwohlfahrt seit ihrer Gründung. Seine
Werte haben nichts an Aktualität und Bedeutung verloren.
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Solidarität
bedeutet, über
Rechtsverpflichtungen hinaus durch praktisches Handeln füreinander
einzustehen. Wir können nur dann menschlich und in Frieden miteinander
leben, wenn das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes von der Politik umgesetzt
wird, wenn wir für einander einstehen und die Gleichgültigkeit
gegenüber dem Schicksal anderer überwinden. Wer in Not gerät,
kann sich auf die Solidarität der Arbeiterwohlfahrt verlassen.
Solidarität ist auch Stärke im Kampf um das Recht.
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Toleranz
bedeutet nicht nur, andere Denk-
und Verhaltensweisen zu dulden, sondern sich dafür einzusetzen, daß
jedermann und besonders Minderheiten sich frei äußern können,
in ihrer Religion und Weltanschauung nicht eingeschränkt werden und so
leben können, wie sie es für angemessen halten. Toleranz endet dort,
wo sie Gefahr läuft, mißachtet und mißbraucht zu werden.
Solchen Gefahren stellt sich die Arbeiterwohlfahrt entgegen.
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Freiheit
ist die Freiheit eines jeden,
auch des Andersdenkenden.
Freiheit bedeutet, frei zu sein von entwürdigenden Abhängigkeiten,
von Not und Furcht. Freiheit bedeutet, die Möglichkeit zu haben,
individuelle Fähigkeiten zu entfalten und an der Entwicklung eines
demokratischen, sozial gerechten Gemeinwesens mitzuwirken. Nur wer sich sozial
gesichert weiß, kann die Chancen der Freiheit nutzen.
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Gleichheit
gründet in der gleichen
Würde aller Menschen. Sie verlangt gleiche Rechte vor dem Gesetz, gleiche
Chancen, am politischen und sozialen Geschehen teilzunehmen, das Recht auf
soziale Sicherung und die gesellschaftliche Gleichstellung von Frau und Mann.
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Gerechtigkeit
fordert einen Ausgleich
in der Verteilung von Arbeit und Einkommen, Eigentum und Macht, aber auch im
Zugang zu Bildung, Ausbildung und Kultur.
Wir sind ein Mitgliederverband, der für eine sozial gerechte
Gesellschaft kämpft und politisch Einfluß nimmt. Dieses Ziel
verfolgen wir mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen
Dienstleistungen.
Die Arbeiterwohlfahrt beteiligt sich in allen gesellschaftlichen Bereichen
und auf allen politischen Ebenen an Entscheidungsprozessen. Als Spitzenverband
der Freien Wohlfahrtspflege wirkt sie insbesondere an der Gestaltung der
Sozialpolitik und bei der Lösung sozialer Probleme mit und nimmt
Einfluß auf die Sozialgesetzgebung. Die Arbeiterwohlfahrt betont dabei
den Vorrang der staatlichen und kommunalen Verantwortung für die
Erfüllung des Anspruchs auf soziale Hilfen, auf Erziehung und Bildung
sowie für die Planung und Entwicklung eines zeitgerechten Systems sozialer
Dienste und Einrichtungen.
Sie fördert staatsbürgerliche Verantwortung und
mitbürgerliche Gesinnung.
Die Arbeiterwohlfahrt unterstützt und fördert den
Selbsthilfegedanken und die Selbsthilfebewegungen. Sie versteht sich weiter als
sozialpolitische Interessenvertretung aller Menschen, insbesondere jener, die
sich allein kein Gehör verschaffen können. Ehrenamtlich und
hauptamtlich Tätige arbeiten hierbei kollegial zusammen.
Wir fördern demokratisches und soziales Denken und Handeln. Wir haben
gesellschaftliche Visionen.
Wir bekennen uns zur freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung. Ihre
Existenz ist eine zwingende Voraussetzung für unsere Arbeit. Ihre
Prinzipien sind unverzichtbare Grundlagen unseres Handelns. Entsprechend ist
die Arbeiterwohlfahrt vereinsrechtlich organisiert, demokratisch und
föderativ aufgebaut; die verbandspolitische Willensbildung geht von den
Mitgliedern aus. In unseren Verbandsgliederungen, Einrichtungen und
insbesondere innerhalb unseres Kinder- und Jugendverbandes, dem AWO-Jugendwerk,
eröffnen wir Kindern, Jugendlichen und sozial engagierten jungen
Erwachsenen eigenständige Betätigungs- und Beteiligungsrechte.
Wir fördern eine neue Kultur, einen neuen Gesellschaftsvertrag für
das friedliche und solidarische Zusammenleben und Zusammenwirken der Menschen
in allen gesellschaftlichen Bereichen. Wir entwickeln Alternativen zu
übersteigerten Formen des Individualismus im gesellschaftlichen Leben.
Dafür wollen wir den ganzen Einsatz unserer Einrichtungen, Dienste,
unserer Mitglieder und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen.
Wir unterstützen Menschen, ihr Leben eigenständig und
verantwortlich zu gestalten und fördern alternative Lebenskonzepte.
Maßstab für das Handeln der Arbeiterwohlfahrt sind die
Lebenslagen, Bedürfnisse, Erwartungen und eigenen Möglichkeiten der
Menschen. Wer mit einem Anliegen zu uns kommt, bleibt in der
Selbstverantwortung für sein Handeln. Wir beraten und unterstützen
mit dem Ziel, die Eigeninitiative zu erhalten und zu stärken. Wir helfen
Menschen, ihre persönliche Lebensplanung zu entwickeln und den dafür
geeigneten Weg zu finden.
Wir praktizieren Solidarität und stärken die Verantwortung der
Menschen für die Gemeinschaft.
Wir stehen für solidarische Hilfe zur Selbsthilfe. Wir gewähren
Rat, Unterstützung und Hilfen, unabhängig von ethnischer Herkunft,
Nationalität, Religion, Weltanschauung oder Geschlecht. Die
Arbeiterwohlfahrt wendet sich Menschen zu, die Hilfe und Unterstützung in
gelebter Solidarität benötigen. Die Arbeiterwohlfahrt schafft die
Voraussetzungen für tätige Mitarbeit in der Gesellschaft durch
freiwilliges Engagement.
Wir bieten soziale Dienstleistungen mit hoher Qualität für alle an.
Fachliches und kompetentes Handeln und Verläßlichkeit in unseren
Entscheidungen sind unverzichtbar. Sie bestimmen den Erfolg, das Ansehen und
die Glaubwürdigkeit des Verbandes in der Öffentlichkeit, bei den
Mitgliedern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Für ihren humanitär-politisch begründeten Beitrag zum
Sozialstaat bedarf die Arbeiterwohlfahrt des kooperativen Zusammenwirkens von
ehren- und hauptamtlicher Arbeit. Beide Bereiche sind gleichbedeutend und
profitieren voneinander. Dafür müssen geeignete Regeln und
Arbeitswege geschaffen und beachtet werden. Die Förderung des
ehrenamtlichen Bereichs dient der Zukunftssicherung der Arbeiterwohlfahrt.
Wir handeln in sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und
internationaler Verantwortung und setzen uns nachhaltig für einen
sorgsamen Umgang mit vorhandenen Ressourcen ein.
Der Arbeiterwohlfahrt sind die Zusammenhänge zwischen Sozialem,
Bildung, Wirtschaft, Gesundheit und Umwelt auch im globalen Maßstab
bewußt.
Wirtschaftliche Stabilität ist für uns eine wichtige Grundlage des
sozialen Zusammenhalts in der Gesellschaft. Daher erwarten wir von den
Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik, daß sie bei ihren
Entscheidungen die Belange der Menschen in den Vordergrund stellen.
Die Arbeiterwohlfahrt fördert die internationale Zusammenarbeit mit dem
Ziel eines friedlichen Zusammenlebens der Völker. Außerdem wollen
wir mithelfen, die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen und in ihrer
Globalisierung sozial beherrschbar zu machen. Bausteine dazu sind unsere aktive
Mitgliedschaft in den internationalen Zusammenschlüssen der
Arbeiterbewegung wie "SOLIDAR", "AWO International" und
unsere Projekte in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.
Auch in der Verbandsarbeit und bei unserer wirtschaftlichen Tätigkeit
folgen wir einer nachhaltigen Umwelt-, Wirtschafts- und Entwicklungspolitik.
Wir wahren die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit unseres
Verbandes; wir gewährleisten Transparenz und Kontrolle unserer Arbeit.
Wir handeln wirtschaftlich und machen unsere Arbeit durchschaubar.
Die Arbeiterwohlfahrt als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege
arbeitet nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen und fachlichen
Standards. Sie bewertet ihren Erfolg aber nicht allein an den
Betriebsergebnissen.
Für die Arbeiterwohlfahrt steht der Mensch im Mittelpunkt. Bei allen
betriebswirtschaftlichen Erfordernissen sind für uns die soziale
Verantwortung und die Orientierung am Gemeinwesen bestimmend. Die
Betriebswirtschaft hat dienende Funktion.
Ihre Aktivitäten finanziert die Arbeiterwohlfahrt aus
Mitgliedsbeiträgen, Spenden, öffentlichen Zuwendungen und Entgelten
für Dienstleistungen. Wir kontrollieren deren sachgerechte und
rechtmäßige Verwendung durch interne und externe Prüfungen und
Beratungen. Wir legen regelmäßig auch der Öffentlichkeit
gegenüber Rechenschaft über unsere Tätigkeit ab.
Wir entlassen die öffentliche Hand nicht aus ihrer Verantwortung
für die Grundsicherung der sozialen Arbeit.
Wir sind fachlich kompetent, innovativ, verläßlich und sichern
dies durch unsere ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Arbeiterwohlfahrt legt großen Wert auf die stetige fachliche und
persönliche Entwicklung ihrer ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter durch interne und externe Qualifizierungsmaßnahmen. Sie
motiviert zum ehrenamtlichen Mitarbeiten, fordert Einsatz und fördert
Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Bei der Weiterentwicklung
und Erneuerung des Verbandes wird die Mitarbeiterschaft beteiligt. Unsere
Arbeitsstrukturen gestalten wir kooperativ, human, funktional und
wirtschaftlich. Nur wenn diese Ansprüche in der Praxis umgesetzt werden,
können sich Mitglieder und ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter mit dem Verband identifizieren.
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